Thüringen - Rennsteig und Laucha-Grund

Deutschland Thüringen Rennsteig Lauchagrund Inselsberg Eisenach

Tag 1 - Drachenschlucht, Rennsteig und Inselsberg

Das Fernweh ruft wieder und Theo und ich überlegen lange, wo unsere nächste Tour hinführen soll. Wir entscheiden uns für den Rennsteig mit Eisenach als Startpunkt. Gegen 8:30 starten wir unsere Tour aus der Innenstadt. Das Wetter ist trüb. Wir haben ein bisschen Angst wegen dem Orkan der gemeldet ist und unserer Strecke die zu 90% aus Wald besteht. Der Weg zum Rennsteig führt uns durch die Drachenschlucht, bei der uns zum Glück kaum Menschen entgegenkommen.
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Durch die Drachenschlucht
Ab dem Gasthof Hohe Sonne geht es auf den Rennsteig. Wir Vollidioten laufen erstmal in die falsche Richtung, merken es zum Glück aber noch rechtzeitig um ohne großen Umweg umzukehren. Der erste Stempel für das Wanderlogbuch wird geholt und weiter geht es in Richtung großer Inselsberg - Unser Ziel für heute. Der Rennsteig ist langweiliger als erwartet. Ein breiter Radweg, der geradeaus durch den Thüringer Wald führt. Ab und zu gibt es Wege am Rand des "Hauptweges", die extra für Wanderer wie uns ein bisschen mehr nach einem Wanderweg aussehen. Aber das bunte Herbstlaub, der dauerhaft graue Himmel und unsere Ambient-Playlist schaffen genau die richtige Stimmung für tiefsinnige Gespräche und einen Funken Melancholie.
Wanderer begegnen uns nur wenige, obwohl am gleichen Tag ein "Rennsteig-Marathon" stattfindet. Sind wohl alle wegen dem Wetter zu Hause geblieben, was ich ihnen absolut nicht verübeln kann. In den schönen Holzhütten auf dem Weg halten wir immer wieder um uns mit Kaminwurz und Knoppers (keine Werbung und so) zu stärken.
Pasta & Pesto Pause!
Dann kommt um 12 die Mittagspause. Nudeln mit Pesto as always. Ich habe jegliches Besteck vergessen, also schnitze ich den "Pastinator" aus seinem Stück Holz - Ein Ast mit einer Einkerbung um damit Spaghetti aufzudrehen. Der primitivste Weg, um Pasta zu essen. Später erreichen wir die Auerhahn-Hütte.
 Wir gehen eigentlich nur rein um uns einen Stempel zu holen, unterhalten uns aber so lange mit dem älteren Herren in der Hütte, bis er sagt "Ach wisst wir was, setzt euch hin. Wollt ihr in Bier?" Bei Kerzenschein, Holzofen und der Gesellschaft von Cindy, der unglaublich zahmen Hündin die zwischen Theo und mir auf der Bank sitzt, wärmen wir uns auf und hören dem Mann zu, wie er uns von Mundarten in Thüringen und der Geschichte vom Rennsteig erzählt.
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Hat sich mit meiner Jacke angefreundet - Cindy aus der Auerhahn-Hütte
Viel wohler kann man sich bei einem Unwetter mitten im Wald eigentlich nicht fühlen. Nach unserem Bier ziehen wir weiter den Rennsteig entlang. Der Himmel sieht dabei den ganzen tag gleich aus. Morgens düster, mittags düster, abends düster. Jegliches Zeitgefühl geht verloren.
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 Es kommt erst wieder, als wirklich die Dämmerung einsetzt. In unserem Fall: Kurz vorm großen Inselsberg. Auf dem 916m hohen Berg spüren wir den Orkan das erste mal mit voller Kraft: Der Gipfel ist wie ausgestorben und immer wieder ziehen starke Windböhen über ihn hinweg. Ursprünglich wollen wir hier nächtigen, aber die einzige offene Herberge feiert einen 60sten Geburtstag mit Alleinunterhalter. Danke, aber nein danke! Also ziehen wir in der einbrechenden Dunkelheit auf den kleinen Inselsberg weiter, wo wir im verlassen wirkenden Hotel am Rennsteig einkehren. Wohlverdient gönnen wir uns Schnitzel und Thüringer Wurstplatte und schlafen schnell im simpel eingerichteten Zimmer ein. Ohne 60ten Geburtstag! Dafür genießen wir die Hymne des TSV Warstorf: Die einzige CD die im CD-Player auf dem Zimmer ist lassen wir in der Endlosschleife laufen, bis wir davon einschlafen. Einschlafen mit einer trashigen Vereinshymne aus einem Ort, von dem ich nicht mal weiß, wo er liegt. Was kann es schöneres geben?

Tag 2 - Laucha-Grund, Aschenbergstein, Roter Turm und Backofenloch

Am Morgen gibt es dann ein dickes Frühstück, bevor es wieder zurück ins Tal geht. Wir wollen zum nächsten Bahnhof laufen und mit dem Zug zurück nach Eisenach tuckern. Die Nacht war sehr stürmisch, aber am Morgen bekommen wir nicht mehr viel davon mit: Es ist fast windstill in diesem Teil des Thüringer Waldes. Auf dem Weg durch den Wald in Richtung Bad Tabbarz sehen wir jedoch einige Bäume, die durch den Sturm in der letzten Nacht umgestürzt sind. Der Weg ins Tal ist viel schöner als der Rennsteig selbst. Kleine verspielte, selten belaufene Wege, die mit goldbraunem Laub bedeckt sind. Auf meiner Karten-App werden uns einige interessante Spots auf dem Weg angezeigt, die wir nach und nach ansteuern. Der Torstein hält, was sein Name verspricht: Ein Großer Fels in Form eines Tores. Danach verlaufen wir uns das erste Mal, sind aber schnell wieder back on track und erreichen den Lauchagrund, ein gut verstecktes Tal mit diversen Felsformationen, die wir unbedingt noch auschecken wollen. Den Namen hat das Tal dank der Laucha. Was klingt wie die weibliche Variante von einem Lauch ist in Wahrheit ein kleiner Fluss, der sich durch den Thüringer Wald windet. Zuerst geht es bei Sonnenstrahlen auf den Aschenbergstein.
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Der Weg zum Aschenbergstein
Ein großer Fels mit einer Art Bärenhöhle am Gipfel. Der Fels ist so hoch, dass man dort oben sogar ein Gipfelkreuz findet! Dort empfiehlt uns ein Wanderer, weiter zu gehen: Zum roten Turm. Ein Traum für jeden Kletterer!
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Der Rote Turm im Laucha-Grund

Nächster Halt: Backofenloch. Der Name hält leider nicht was er verspricht, es ist immer noch kalt. Der Weg zu der Höhle ist kaum zu erreichen, da in der vorherigen Nacht einige Bäume die Treppe nach oben eingerissen haben. Einige Meter kann man in die Höhle hineinkriechen, es dauert jedoch nicht weit bis wir die Sackgasse finden und uns gemütlich auf den Weg aus dem Tal hinaus begeben.

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Der aktuell beschädigte Weg zum Backofenloch
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...und ein Blick in die Höhle selbst

 Jetzt geht es für uns im ersten Regenschauer der Tour wieder ins Tal. In Bad Tabbarz besorgen wir uns in der einzigen Tankstelle ein Stück Pappe und kritzeln mit scheiternden Kullis "Eisenach" darauf. Wir haben großes Glück, da uns das zweite vorbeifahrende Auto ohne viel zögern mitnimmt. Mit Rennsteigbrause und guter Musik kehren wir nach Eisenach zurück. Urlaub für die Seele.
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Anhalterschild basteln

Kommentare

  1. Ich liebe es zu wandern. Haben dieses Jahr am Wanderhotel Südtirol bewandert.

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